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Cyberrisiken erreichen eine neue Dimension

Oktober 13th, 2015 in News

Cyberrisiken verändern sich. Während früher vor allem Datendiebstähle, Datenschutzverletzungen und Reputationsschäden gedroht haben, werden künftig Betriebsunterbrechungen mit teils grossen Schäden an Bedeutung gewinnen. Diebstahl geistigen Eigentums und virtuelle Erpressungen werden ebenfalls häufiger.

Das alles sind mögliche Gründe für die Prognose des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS), dass der Markt für Cyberversicherungen in den nächsten zehn Jahren um das Zehnfache ansteigen wird. Der Versicherer hat jüngst seine neue Studie „A Guide to Cyber Risks: Managing The Impact of Increasing Interconnectivity” veröffentlicht.

Prämienvolumen in 10 Jahren bei über 20 Milliarden!

Laut der Schätzungen der AGCS steigt das weltweite Prämienaufkommen von Cyberversicherungen „von derzeit zwei Milliarden US-Dollar in den kommenden zehn Jahren auf über 20 Milliarden US-Dollar“ an, was einem jährlichen Wachstum von über 20% entsprechen würde. Das dürfte dann auch bedeuten, dass sich weitaus mehr Unternehmen als bisher für den Abschluss einer Cyberversicherung entscheiden. Derzeit, so die AGCS, sind es weniger als 10%. AGCS nennt zwei Gründe für den erwarteten Anstieg: ein wachsendes Risikobewusstsein in den Unternehmen sowie ein sich verschärfendes regulatorisches Umfeld.

Die Studie des Unternehmens präsentiert auch Zahlen zu den bereits jetzt immensen Schäden, die durch Cyberrisiken entstehen. Der Versicherer nennt in der Pressemitteilung zur Studie unter Berufung auf CSIS/McAfee eine Summe von etwa 445 Milliarden US-Dollar, die jährlich als Folge von Cyberkriminalität anfällt, wobei auf die zehn grössten Volkswirtschaften der Welt die Hälfte der Summe entfällt. In Deutschland liegt der jährliche Schaden bei 59 Milliarden US-Dollar. Für die Schweiz des Jahres 2014 verzeichnete der „KPMG Forensic Fraud Barometer“ insgesamt sieben registrierte Cyber-Kriminalitätsfälle und einen Gesamtschaden von 200,5 Millionen Franken.

Vernetzung steigert das Risiko

Laut AGCS schaffen eine wachsende Vernetzung von Geräten und Maschinen sowie „das wachsende Vertrauen in die Übertragung von Echtzeit-Daten auf persönlicher und geschäftlicher Ebene“ weitere Angriffspunkte für Internetkriminalität. Der Versicherer nennt Schätzungen, laut derer bis 2020 eine Billion Geräte untereinander vernetzt sein könnten, von denen 50 Milliarden täglich Daten austauschen. Gefährdet seien auch industrielle Steuerungssysteme, von denen einige noch aus einer Zeit stammen, als IT-Sicherheit keinen sonderlich hohen Stellenwert hatte. Ein Lahmlegen solcher Systeme durch einen Hackerangriff könnte zu Feuer, Explosion und/oder Betriebsunterbrechungen führen.

AGCS hält aufgrund der aktuellen Entwicklungen unter anderem ein Katastrophenereignis durch Cyberkriminalität für denkbar. Ursachen dafür könnten beispielsweise ein erfolgreicher Angriff auf die Internetinfrastruktur, ein weitreichender Datenvorfall oder ein Netzwerkausfall bei einem Cloud-Service-Provider sein. Ebenso infrage kommen ein schwerer Cyberangriff auf einen Energieanbieter oder ein Versorgungsunternehmen, die nicht nur zu einem grossflächigen Ausfall von Dienstleistungen führen, sondern auch hohe Sachschäden verursachen oder schlimmstenfalls sogar Menschenleben kosten könnten.

Neue Herausforderungen für Versicherer

Auf die sich wandelnden und grösser werdenden Risiken in der Cyberkriminalität müssen die Versicherer mit einer Anpassung ihrer Angebote reagieren. Sie sollten – so die Allianz – ihren Deckungsumfang bei den Cyberversicherungen erweitern und auch Betriebsunterbrechungsrisiken einschliessen. Kunden müssen sich darauf einstellen, so die Allianz weiter, dass sich Cyberausschlüsse in klassischen Schaden- und Haftpflichtpolicen weiter durchsetzen werden. Das bedeutet: Ohne Cyberversicherung dürfte es schwieriger werden, Schäden durch Cyberkriminalität ersetzt zu bekommen.

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