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Zurich Versicherung künftig ohne Martin Senn

Dezember 15th, 2015 in Allgemein

Eine Karriere wie aus dem Bilderbuch: Martin Senn hat sich vom einfachen Lehrling zum Chef der größten Schweizer Versicherungsgesellschaft hochgearbeitet. Seine Karriere wird er in der Zukunft aber nicht bei der Zurich fortsetzen. Er verlässt zum 31. Dezember den Konzern. Damit ist er nicht die einzige Führungsperson, die dem Versicherer den Rücken kehrt. Erst kürzlich hat der Risiko-Chef Acel Lehman seinen Weg zur UBS angetreten.

Es gibt wohl mehrere Gründe für Senns Rücktritt

Bereits Anfang November gab es Gerüchte, dass Zurich nach einem Ersatz für Senn sucht. Nun hat er tatsächlich aufgehört und Verwaltungsratspräsident Tom de Swaan ist als Interimschef vorübergehend an die Konzernspitze getreten. Mögliche Gründe für Senns Abtritt findet man beim Blick in die Medienberichte zum Thema viele. Der Versicherer habe zuletzt unter Senn an Dynamik verloren, heißt es, und Großaktionäre und Investoren hätten auf seinen Rücktritt hingearbeitet. Sinkende Aktienkurse, ein verhaltenes Wachstum sowie Probleme im USA-Geschäft und der Verzicht auf den Kauf des britischen Versicherers RSA Insurance mögen weitere Gründe gewesen sein.

Die Zurich Zahlen waren zuletzt nicht sehr gut

Die Geschäftszahlen 2015 sahen für Zurich nicht sehr gut aus. Von Anfang des Jahres bis Anfang Dezember hat die Zurich Aktie über 13% verloren, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am ersten Dezember. Senn hatte im Mai das bereits laufende Sparprogramm  verschärft. Zurich soll bis 2018 mindestens eine Milliarde Dollar einsparen, heißt es in der Zeitung weiter. Analysten zweifeln aber laut Medienberichten, ob der Versicherer das wirklich schafft.

Zurich kam im ersten Halbjahr 2015 im Sachversicherungsgeschäft auf Bruttoprämien und Policengebühren in Höhe von 1,641 Milliarden Franken, was einem Plus von 1,6% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach. Der Business Operating Profit lag bei 169 Millionen Franken (minus 26,2%).

Im Bereich „Lebensversicherungen“ lagen die Bruttoprämien, Policengebühren und Beiträge mit Anlagecharakter im Halbjahr 1/2015 bei 953 Millionen Franken. Das entspricht einem Minus von -3% gegenüber dem Halbjahr 1/2014. Der Business Operating Profit erreichte 102 Millionen Franken (minus 17,6%). Positiv zu vermerken ist das Überschusskapital von etwa drei Milliarden Franken, wobei viele gespannt darauf sind, wie das Geld investiert wird.

Wer übernimmt das Ruder?

In der Telefonkonferenz zu seinem Abschied hat Senn seine Entscheidung als schwer bezeichnet. Nun ist de Swaan auf der Suche nach einem Nachfolger und die Gerüchteküche kocht. Wie so oft. Zwischenzeitlich soll der Zurich Finanzchef George Quinn im Gespräch gewesen sein. Aber de Swaan sucht laut eigener Aussage jetzt außerhalb des Konzerns nach dem neuen Zurich SEO.

Falls das stimmt, wäre der ebenfalls als potenzieller Nachfolger genannte Kristof Terryn, der bei Zurich für die Schaden- und Unfallversicherung sowie die Lebensversicherungssparte zuständig ist, ebenfalls aus dem Rennen. Weiterhin im Gespräch könnte dagegen Swiss-Life-Chef Patrick Frost sein, der in der Aargauer Zeitung als potenzieller Senn-Nachfolger gehandelt wird.

Das Schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz beschreibt eine generell Sorge von Zurich Anlegern, ein externer neuer CEO könnte die in der vergangenen Dekade von elf auf 17 Franken gestiegene Dividende tendenziell wieder senken. Die Aktienrendite liegt derzeit bei über sechs Prozent, schreibt Bilanz. Und so gibt es Befürchtungen, dass eine falsche Entscheidung bei der Frage, wer neuer CEO bei Zurich wird, auch dem Konzern selbst schaden könnte. Aber wie so könnte sich auch abermals bewahrheiten: Zwischen Prognosen und eintretenden Realitäten klafft bisweilen eine riesige Lücke.

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