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Das Rekordwachstum der Mehrfamilienhäuser und dessen Risiken

Mai 8th, 2011 in Allgemein, Zinsentwicklung

Dank tiefen Hypothekarzinsen und dem wachsenden Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum boomt das Baugewerbe in der Schweiz – und bringt ein erhebliches Risiko mit sich.

Eigentlich muss man kein Ökonom oder Analyst sein. Der Blick aus dem Fenster genügt, um den Bauboom in der Schweiz zu erkennen. Kräne, Baugerüste und riesige Überbauungen von Mehrfamilienhäusern bekräftigen dies als wichtige Stütze der Schweizer Wirtschaft. Seit dem Jahr 2005 werden jährlich 16 Milliarden Franken für den Bau von Wohneigentum ausgegeben. 14 Milliarden werden für Neubauten eingesetzt und zwei Milliarden Franken für Umbauten von Mehrfamilienhäusern.

Zürich und Genf am teuersten
Wer momentan im Besitz von Bauland ist, setzt alles daran, dies zu überbauen. Kein Wunder. Noch nie waren die wirtschaftlichen Anreize so offensichtlich. Noch nie wurden in der Schweiz so hohe Preise für Eigentumswohnungen bezahlt. Dies vor allem im Raum Zürich und Genf. Der Preisaufschlag für Stockwerkeigentum betrug allein 2010 durchschnittlich 4.8 Prozent. Der momentane Marktwert für eine 4-Zimmer-Eigentumgswohnung im Raum Zürich beträgt laut einer Publikation von Wüest&Partner 976 000 Franken. Nur in Genf und im Oberengadin sind die Marktpreise noch höher. In weiten Teilen des Mittellandes, sowie in Bern und der Ostschweiz sind die Eigenheime immer noch günstiger zu haben. So zahlt man für eine 4-Zimmerwohung in Bern 576 000 Franken – über 40 Prozent weniger als in Zürich.

Das gerade Mehrfamilienhäuser so boomen, ist auch darauf zurückzuführen, dass Mietwohnungen als Kapitalanlagen momentan ebenfalls Höchstpreise erzielen. Nach letzten Zahlen wurden 2010 über 40 000 Neubauwohnungen fertiggestellt. Dieser Zahl dürfte dieses Jahr sogar überstiegen werden. Die massiv angestiegene Zahl von Baubewilligungen für Mehrfamilienhäuser lässt darauf schliessen, dass der Bauboom noch längere Zeit anhält.

33 Prozent mehr Baubewilligungen als im Vorjahr
2010 wurden rund 33 Prozent mehr Baubewilligungen als im Vorjahr eingereicht. Zahlenmässig rückläufig ist hingegen der Einfamilienhausbau. Aber die Freude der Hauseigentümer, Unternehmen, Banken und Handwerker, welchen diesen Bauboom auf Rekordniveau überhaupt ermöglichen, wird nur solange andauern, wenn sich an diesem Gleichgewicht nichts ändert. Wie verhalten sich die Zinsen? Diese werden steigen. Und die Nachfrage der Eigenheime ist stark von von Zinsen und der Zuwanderung ausländischer Arbeitskräften abhängig. Es könnte passieren, dass trotz der steigenden Zinsen immer weitergebaut wird und die Nachfrage abnimmt. Dann würde so mancher Neubau leerstehen.

Die Folge daraus wäre ein steigender Leerbestand und eine Wertkorrektur auf den Immobilienportfolios. Doch ob dies eintrifft, ist noch nicht absehbar. Denn die Prognosen von Wüest&Partner deuten zumindest in absehbarer Zeit nicht darauf hin. Die Einfamilienhäuser werden dieses Jahr um 2.7 Prozent teurer. Bei Eigentums- und Mietwohnungen wird ein Preiswachstum von 0.9 respektive 0.7 Prozent erwartet. Es besteht aber vorerst keine Besorgnis für Mieterinnen und Mieter, welche bereits eine Wohnung haben. Zinsanstiege machen sich in der Regel erst zwei Jahre später bemerkbar.

Quelle: www.tagesanzeiger.ch

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